Forschungsdatenmanagement kurz erklärt

Was sind Forschungsdaten?

Unter digitalen geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschungsdaten werden all jene Quellen/Materialien und Ergebnisse verstanden, die im Kontext einer Forschungsfrage gesammelt, erzeugt, beschrieben und/oder ausgewertet werden und in maschinenlesbarer Form zum Zwecke der langfristigen Archivierung, Zitierbarkeit und zur weiteren Verarbeitung ausgewählt, aufbereitet und aufbewahrt werden können.

Beispiele für Forschungsdaten an der BBAW sind unter anderem Texte (z.B. Textsammlungen, Transkriptionen, Annotationen, Übersetzungen), Bilder (Digitalisate und born digitals), Audio- und Videodokumente, Software und Code, Datenbanken, Metadaten als Forschungsgegenstand, Tabellen und Messwerte.
Besonders hervorzuheben sind komplexe digitale Ressourcen (digitale Editionen, Sammlungen und Wörterbücher) als Ergebnis des Forschungsprozesses, welche durch die Vernetzung und Anreicherung von Daten einen erheblichen Mehrwert erfahren. Durch die Entwicklung, Pflege und Zugänglichmachung dieser Ressourcen ermöglicht die BBAW deren Nachnutzung und weiterführende Erforschung.

Die akademieinternen Richtlinien sehen die Veröffentlichung aller Forschungserzeugnisse der BBAW vor. Dadurch wird die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Forschung gesichert. Die Initiative „Forschungsdatenmanagement“ erarbeitet Konzepte und Workflows, um die existierenden und künftig erhobenen digitalen Forschungsdaten sowie die dafür entwickelten Softwareprodukte langfristig auffindbar und nachnutzbar zur Verfügung zu stellen.

Was ist Forschungsdatenmanagement?

Unter Forschungsdatenmanagement (FDM) versteht man den Prozess der Transformation, Selektion und Speicherung der im Forschungsprozess anfallenden Forschungsdaten mit dem Ziel, diese adäquat zu dokumentieren, zu nutzen und diese langfristig und unabhängig vom Datenerzeuger zugänglich, nachnutzbar und nachprüfbar zu halten.

Es können dazu an allen Punkten des Datenlebenszyklus wissenschaftliche und technische Maßnahmen ergriffen werden, um die wissenschaftliche Aussagekraft von Forschungsdaten zu erhalten, deren Zugänglichkeit durch Dritte für Auswertung und Analyse zu bewahren und die Nachweiskette zu sichern.
Alle projektspezifischen Aspekte des FDM werden in Datenmanagementplänen (DMP) erfasst. Diese werden von vielen Mittelgebern bereits verlangt. In DMPs wird dokumentiert, welche Daten zu welchem Zweck erhoben, ausgewertet oder verarbeitet werden. Durch das Festhalten aller Schritte im Datenzyklus können Mittelgeber, Mitarbeitende und gegebenenfalls auch Nachnutzende den Verlauf der Forschungsarbeit besser nachvollziehen und kontrollieren. Außerdem lassen sich aus einem DMP individuelle Bedarfe und notwendige Maßnahmen ableiten (etwa den Speicher- und Infrastrukturbedarf, notwendige Datenmigration etc.) und künftige Aufgaben antizipieren.
Weiterführende Informationen zur Erstellung Ihres eigenen DMPs finden Sie auch auf unserer Website.